HRV an der Fingerkuppe: Kamera, Fingerclip, Ring

Die Fingerkuppe liefert eines der stärksten Pulssignale des Körpers, deshalb erfassen Smartphone-Kameras, Fingerclip-Oximeter und Smart Rings ihn dort mit Licht. In Ruhe kommen die besseren Kamera-Apps beim RMSSD nahe an ein EKG heran, und Ringe schneiden über Nacht gut ab. Die Messung gelingt nur, wenn Sie stillhalten, warme Hände haben und den Finger leicht auf die Linse legen.

Auf dieser Seite 8 Abschnitte

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fingerkuppe ist dicht mit kleinen Blutgefäßen durchzogen und liefert ein größeres Pulssignal als das Handgelenk, deshalb erfassen optische Sensoren den Puls dort gut.
  • Eine Smartphone-Kamera macht aus der Helligkeit jedes Videobilds einen Messpunkt, daher begrenzt ihre Bildrate, oft 30 pro Sekunde, wie genau sie jeden Schlag zeitlich bestimmt.
  • In Ruhe stimmen die besseren Kamera-Apps beim RMSSD eng mit einem EKG überein, doch die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen Apps und Handys.
  • Drücken Sie leicht, wärmen Sie kalte Hände, halten Sie still und messen Sie 1 bis 2 Minuten lang, jeden Tag in derselben Position und zur selben Zeit.
  • Ringe messen am Fingeransatz und schneiden nachts gut ab, wenn die Hand stundenlang still liegt.

Die Fingerkuppe gehört zu den Stellen am Körper, an denen sich der Puls am leichtesten mit Licht erfassen lässt. Eine Smartphone-Kamera, ein Fingerclip-Pulsoximeter und ein Smart Ring nutzen alle den Finger, und in Ruhe kann jedes dieser Geräte Ihre Herzschläge genau genug zeitlich bestimmen, um die HRV abzuschätzen. Wie die lichtbasierte Pulsmessung im Allgemeinen funktioniert, lesen Sie unter PPG: wie die Uhr den Puls erfasst.

Warum die Fingerkuppe

Eine Fingerkuppe ist dicht mit kleinen Blutgefäßen direkt unter der Haut durchzogen. Jeder Herzschlag drückt ein wenig zusätzliches Blut hinein, und Blut absorbiert Licht, sodass das vom Finger zurückkommende Licht mit jedem Schlag einmal schwächer wird. PPG-Sensoren erfassen diese kleine Schwankung des Blutvolumens in den feinen Gefäßen (Allen, 2007).

Der Finger liefert einen stärkeren Puls als die meisten anderen Stellen. Eine Studie mit 36 gesunden Erwachsenen zeichnete PPG PPG Ein optisches Verfahren: Licht wird in die Haut gestrahlt, und ein Sensor erfasst den Pulsschlag des Blutes bei jedem Herzschlag. Die meisten Uhren, Ringe und Smartphone-Kamera-Apps schätzen so die HRV. Mehr zu PPG an sechs Stellen auf: am Finger, an der Innen- und Außenseite des Handgelenks, am Arm, am Ohrläppchen und an der Stirn. Am Finger war der Puls von allen sechs Stellen am größten, ebenso der Anteil an Wellen, die klar genug für eine Analyse waren (Hartmann u. a., 2019).

Fingersensoren gibt es in zwei Bauweisen:

  • Durchleuchtung (Transmission). Die Lichtquelle sitzt auf einer Seite des Fingers, der Sensor auf der anderen, sodass das Licht den Finger durchdringt. So arbeitet das Fingerclip-Pulsoximeter, das in Kliniken verwendet und für zu Hause verkauft wird.
  • Reflexion. Licht und Sensor sitzen nebeneinander, und der Sensor fängt Licht auf, das aus der Haut zurückgestreut wird. So arbeiten eine Smartphone-Kamera mit Blitz und ebenso ein Ring.
Smartphone-Kamera Helligkeit 1 2 3 4 Ring und Fingerclip 5 6
  1. Blitz: Eine LED beleuchtet die Fingerkuppe von unten
  2. Das Licht wird in der Haut und ihren kleinen Blutgefäßen gestreut, und ein Teil kommt wieder heraus
  3. Kameralinse: Die Helligkeit jedes Bildes wird zu einem Abtastwert
  4. Jeder Herzschlag dämpft das Licht ein wenig: eine Pulswelle pro Schlag
  5. Ring: Lichtquelle und Sensor nebeneinander am Fingeransatz (Reflexion)
  6. Fingerclip: Das Licht scheint durch die Fingerkuppe zu einem Sensor auf der anderen Seite (Transmission)
Drei Arten, den Puls am Finger zu erfassen. Eine Smartphone-Kamera (1 bis 4) und ein Ring (5) erfassen Licht, das aus der Haut zurückgestreut wird. Ein Fingerclip-Pulsoximeter (6) erfasst Licht, das ganz durch die Fingerkuppe hindurchgeht. Eine vereinfachte Zeichnung, nicht maßstabsgetreu.

Zwei Zeichnungen in Seitenansicht. Die erste zeigt eine Fingerkuppe auf der Rückseite eines Smartphones, die Kameralinse und Blitz bedeckt. Ein gebogener Pfeil führt vom Blitz hinauf in die Fingerkuppe, durch einige kleine Blutgefäße und wieder hinunter in die Linse. Über dem Finger zeigt eine kleine Welle mit drei Wölbungen den Puls, den die Kamera aufzeichnet. Die zweite Zeichnung zeigt einen ganzen Finger. Ein Ring sitzt an seinem Ansatz, mit einer Lichtquelle und einem Sensor nebeneinander an der Innenseite des Rings und einem kurzen gebogenen Pfeil dazwischen. Ein Clip schließt sich über der Fingerkuppe, mit einer Lichtquelle in der oberen und einem Sensor in der unteren Hälfte, und ein gerader Pfeil führt von der Lichtquelle nach unten durch den Finger zum Sensor.

Wie eine Smartphone-Kamera den Puls erfasst

Wenn Sie die Rückkamera und den Blitz mit einer Fingerkuppe abdecken, beleuchtet der Blitz die Haut, und die Kamera filmt das Licht, das zurückkommt. Das Bild ist ein roter Schleier, weil rotes Licht am weitesten durch die Haut dringt. Die App braucht das Bild selbst nicht. Für jedes Videobild mittelt sie die Helligkeit über die Bildmitte, meist im roten Farbkanal und manchmal im grünen, und speichert nur diese eine Zahl.

Reiht man diese Zahlen aneinander, ergibt sich eine Pulswelle. Die App glättet die langsame Drift, sucht die Spitze jeder Pulswelle und misst die Zeit von einer Spitze zur nächsten. Diese Abstände von Puls zu Puls treten an die Stelle der Schlagabstände im EKG EKG Eine Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens mit Elektroden auf der Haut. RR-Intervalle aus dem EKG sind die Referenzmethode für die Messung der HRV. Mehr zu EKG , und eine Formel wie der RMSSD RMSSD Quadratwurzel aus dem Mittelwert der quadrierten Differenzen aufeinanderfolgender Intervalle: eine HRV-Messgröße in ms, die zeigt, wie stark sich jeder Herzschlagabstand vom nächsten unterscheidet. Spiegelt vor allem die Vagusaktivität wider. Mehr zu RMSSD macht daraus einen HRV-Wert. Streng genommen misst ein Pulssensor die Pulsratenvariabilität Pulsratenvariabilität Schwankung der Zeit zwischen Pulsschlägen, optisch gemessen von Uhren, Ringen und Smartphone-Kameras. In Ruhe folgt sie der HRV eng, bei Bewegung entfernt sie sich von ihr. Mehr zu Pulsratenvariabilität (PRV), die der HRV in Ruhe eng folgt (Schäfer und Vagedes, 2013). Die eigentliche HRV wird aus dem EKG bestimmt, der klinischen Referenz, die unter HRV mit EKG und 24-Stunden-Langzeit-EKG beschrieben ist.

Die Bildrate ist die Abtastrate

Eine Kamera liefert pro Bild einen Helligkeitswert, deshalb legt ihre Bildrate fest, wie fein sie jede Spitze zeitlich bestimmen kann. Die meisten Handys filmen mit 30 Bildern pro Sekunde, was 33 ms zwischen den Messpunkten lässt; manche filmen mit 60, was den Abstand halbiert. Der RMSSD baut auf Unterschieden von wenigen Dutzend Millisekunden zwischen benachbarten Schlägen auf; ein Schritt von 33 ms ist dafür grob. Software kann genauer sein als die Rohbilder, indem sie eine kleine Kurve durch die Messpunkte um jede Spitze legt und die Spitze zwischen zwei Bildern ansetzt. Der Abschnitt zur Abtastrate im PPG-Leitfaden zeigt, wie viel das ausmacht.

Zwei Eigenheiten von Kameras erhöhen den Fehler. Die Bilder treffen nicht immer in gleichmäßigem Abstand ein, und ein ausgelastetes Handy kann eines verzögern oder auslassen, sodass eine App, die perfekte Abstände annimmt, Schläge falsch platziert. Und Kameras passen Belichtung und Farbe automatisch an, was die Helligkeit in Sprüngen verschieben kann, die nichts mit Ihrem Puls zu tun haben. Eine Studie von 2015 zu einer Android-App, die 30 Bilder pro Sekunde auswertete, ergab bei liegenden Personen einen signifikanten Einfluss des Handymodells auf den Fehler von Schlag zu Schlag (Guede-Fernandez u. a., 2015).

Der Kameratest dieser Website fordert vom Browser 30 Bilder pro Sekunde an, verwendet den Zeitstempel jedes einzelnen Bilds, statt gleichmäßige Abstände anzunehmen, und legt eine Kurve durch die Spitze jeder Pulswelle, um sie zwischen zwei Bildern zu verorten.

Was die Studien zeigen

Fast alle Belege stammen von kleinen Gruppen gesunder Erwachsener in Ruhe.

  • Herzfrequenz. Eine Metaanalyse von 2018 fasste 14 Studien zu Kamera-Apps zusammen, die die Herzfrequenz messen. Bei Erwachsenen in Ruhe mit normalem Rhythmus stimmten die Apps mit einer validierten Methode überein, mit Korrelationen von 0,90 oder höher; bei Kindern waren die Apps nicht validiert (De Ridder u. a., 2018). Eine Übersichtsarbeit von 2024 zu 10 Studien kam für Gesunde zum selben Schluss und wies darauf hin, dass alle unter streng kontrollierten Bedingungen liefen (Mather u. a., 2024).
  • HRV bei 30 Erwachsenen. Die Arbeitsgruppe um Peng verglich 16 HRV-Maße aus einer Smartphone-Kamera mit einem EKG. Vierzehn, darunter der RMSSD, waren stark mit den EKG-Werten korreliert, aber nur sieben stimmten so eng überein, dass man sie gegen die EKG-Werte austauschen könnte, und der RMSSD gehörte nicht zu den sieben (Peng u. a., 2015).
  • RMSSD bei 29 Erwachsenen. Die Arbeitsgruppe um Plews zeichnete 5 Minuten in Ruhe gleichzeitig mit einer Smartphone-Kamera-App, einem Polar-H7-Brustgurt und einem EKG auf. Verglichen mit dem EKG waren die Unterschiede im RMSSD sowohl bei der Kamera als auch beim Gurt geringfügig (Plews u. a., 2017).
  • Langsames Atmen bei 57 Erwachsenen. Bei fünf Übungen zum langsamen Atmen von je 5 Minuten stimmten Kamera- und EKG-Werte des lnRMSSD lnRMSSD Der natürliche Logarithmus des RMSSD, ohne Einheit. Das Logarithmieren gleicht die Streuung der RMSSD-Werte aus, sodass sich Veränderungen von Tag zu Tag leichter vergleichen und auswerten lassen. Mehr zu lnRMSSD und dreier weiterer Maße nahezu perfekt überein, mit Intraklassenkorrelationen über 0,90 (van Dijk u. a., 2023).
  • Eine App, zwei Ergebnisse. In einem Test von 2021 mit sieben Verbraucherprodukten bei fünf jungen Erwachsenen lag die App CameraHRV beim RMSSD im Mittel um 112 % daneben, während die genauesten Produkte nur um etwa 4 bis 7 % abwichen (Stone u. a., 2021). In einer Studie von 2026 mit 37 Sportlerinnen und Sportlern lag dieselbe App im Mittel um 17,5 % daneben, gegenüber 2,2 % bei einem Polar-H10-Brustgurt, und ihre wiederholten Messungen stimmten untereinander überein (Johansson u. a., 2026).

Zusammengenommen kann eine Kamera in Ruhe nahe an ein EKG herankommen, wenn die App das Signal gut verarbeitet, doch ein gutes Ergebnis für eine App oder ein Handy lässt sich nicht auf andere übertragen. Die PPG an der Fingerkuppe selbst ist seit Langem erprobt: In einer Studie von 2008 lieferten Finger-PPG und EKG bei 10 Erwachsenen in Ruhe über 5 Minuten übereinstimmende HRV-Werte (Selvaraj u. a., 2008). Alle oben genannten Studien testeten Menschen in Ruhe. Bei körperlicher Aktivität weichen pulsbasierte und EKG-basierte HRV oft in nicht akzeptablem Maß voneinander ab (Schäfer und Vagedes, 2013). Was PPG mit den HRV-Werten macht erklärt, woher der Zeitfehler kommt und welche Maße er am stärksten verändert.

Praktische Probleme und wie Sie sie vermeiden

Zu starker Druck

Druck presst Blut aus den kleinen Gefäßen, die die Kamera beobachtet. Bei 15 Personen mit einem Reflexionssensor am Finger wuchs der Puls zunächst und schrumpfte dann, als die Anpresskraft von 0,2 auf 1,8 Newton stieg; bei den meisten war der Puls bei leichter Berührung von 0,2 bis 0,4 Newton am größten (Teng und Zhang, 2004), das entspricht etwa dem Gewicht von 20 bis 40 Gramm. Wer fest auf einen hellen Blitz drückt, kann außerdem den roten Kanal übersteuern, und ein übersteuerter Kanal zeigt gar keinen Puls. Legen Sie den Finger auf die Linse, ohne zu drücken.

Kalte Finger

Kälte verengt die Gefäße in der Haut, und der Puls wird kleiner. Bei 16 Personen veränderten lokales Kühlen und Wärmen der Haut das PPG-Signal (Jeong u. a., 2014). Wärmen Sie die Hände vorher auf, zum Beispiel an einer warmen Tasse.

Bewegung

Eine kleine Verschiebung des Fingers oder des Handys verändert, wie Licht in die Haut gelangt, und kann den Puls überdecken. Legen Sie Hand und Handy auf einen Tisch oder Ihr Bein, atmen Sie normal und sprechen Sie nicht.

Der Blitz wird warm

Der Blitz bleibt während der ganzen Messung an, und das Handy kann um die Kamera herum warm werden. Fühlt sich die Linse heiß an, brechen Sie ab und versuchen Sie es später noch einmal; an einer heißen Stelle hält man nicht still, und jede Unruhe verdirbt das Signal.

Welcher Finger

Die meisten Menschen nehmen den Zeigefinger. Wichtig ist, dass die Kuppe Linse und Blitz vollständig bedeckt, dass Sie den Finger mühelos stillhalten können und dass Sie jedes Mal denselben Finger verwenden.

Wie lange messen

Die klassische Kurzzeitmessung dauert 5 Minuten. Für den RMSSD in Ruhe genügt viel weniger: Bei 3.387 Erwachsenen lieferte ein einzelnes 10-Sekunden-EKG schon einen gültigen RMSSD, und 2 Minuten stimmten fast perfekt mit 5 Minuten überein (Munoz u. a., 2015). Diese Studie nutzte ein EKG. Eine Kamera bestimmt jeden Schlag weniger genau und verliert hin und wieder einen. Geben Sie ihr deshalb mindestens 1 Minute, besser 2. Messungen unterschiedlicher Länge sollten nicht beliebig verglichen werden (Shaffer und Ginsberg, 2017); wählen Sie also eine Dauer und bleiben Sie dabei.

Liegen oder Sitzen

Legen Sie sich hin oder setzen Sie sich, und nehmen Sie jedes Mal dieselbe Position ein, denn die HRV ist im Liegen und im Sitzen unterschiedlich. Viele messen im Bett kurz nach dem Aufwachen; eine Studie mit 28.175 App-Nutzenden stützte ihre Ergebnisse auf kurze Messungen, die mit einer Handy-App beim Aufwachen aufgenommen wurden (Altini und Plews, 2021).

Fingerclips und Ringe

Ein Fingerclip-Pulsoximeter wird auf die Fingerkuppe geklemmt. In der einen Hälfte des Clips schickt eine Lichtquelle rotes und infrarotes Licht durch den Finger, ein Sensor in der anderen Hälfte misst, was hindurchkommt. Das Gerät ist dafür gebaut, Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz anzuzeigen, und PPG dieser Art wird in vielen medizinischen Geräten zur Sauerstoffmessung eingesetzt (Allen, 2007). Die meisten Oximeter für zu Hause zeigen nur diese Zahlen und nicht die Abstände von Schlag zu Schlag, deshalb werden sie selten für die HRV genutzt. Forschungsaufbauten, die die Pulswelle der Fingerkuppe aufzeichnen, kommen mit der HRV in Ruhe nahe an ein EKG heran (Selvaraj u. a., 2008).

Ein Smart Ring erfasst reflektiertes Licht am Fingeransatz, mit Leuchtdioden und Sensoren auf der Innenseite des Rings. Ringe schneiden nachts aus drei Gründen tendenziell gut ab: Ein gut sitzender Ring bleibt in engem Hautkontakt, der Finger ist gut durchblutet, und im Schlaf liegt die Hand lange Zeit still. Bei 49 Erwachsenen stimmte der nächtliche mittlere HRV-Wert des Oura-Rings sehr eng mit einem EKG überein, mit einer mittleren Differenz von 1,2 ms (Kinnunen u. a., 2020). Bei 35 Personen, die zu Hause überwacht wurden, maß derselbe Ring den nächtlichen RMSSD genau, sowohl in 5-Minuten-Abschnitten als auch als Durchschnitt der Nacht (Cao u. a., 2022). In einer Studie mit 13 Erwachsenen über 536 Nächte stimmten zwei Oura-Modelle bei der nächtlichen HRV enger mit einem EKG überein als Geräte von WHOOP, Garmin und Polar (Dial u. a., 2025). Das sind kleine Studien, und sie können die Position des Rings nicht von der Software des Herstellers trennen. Tagsüber, wenn die Hände beschäftigt sind, verliert ein Ring einen Großteil dieses Vorteils.

Wie ein Brustgurt dagegen jeden Schlag aus dem elektrischen Signal des Herzens zeitlich bestimmt, steht unter So messen Brustgurte die HRV. Belege Gerät für Gerät finden Sie unter HRV bei Oura, Whoop, Garmin und Apple Watch. Wie Sensoren am Handgelenk im Vergleich zu einem EKG-Gurt abschneiden, behandelt Ist die HRV am Handgelenk so genau wie mit einem Brustgurt?

Fingerkuppe oder Handgelenk

Eine Uhr hat die schwierigere Aufgabe. Das Handgelenk liefert einen kleineren Puls als der Finger (Hartmann u. a., 2019), die Uhr sitzt über Sehnen, die sich bewegen, sobald Sie die Finger bewegen, und ein Armband kann verrutschen. Deshalb messen Uhren die HRV meist im Schlaf.

Smartphone-KameraRingArmbanduhr
MessortFingerkuppeFingeransatzOberseite des Handgelenks
LichtwegReflexionReflexionReflexion
PulssignalStarkStarkSchwächer
EinsatzSelbst gestartete MessungÜber NachtÜber Nacht, dazu Einzelmessungen
Messpunkte pro SekundeDie Bildrate, oft 30Selten veröffentlichtSelten veröffentlicht
HauptschwächeDruck, Bewegung, KälteSitz, Bewegung am TagBewegung, lockeres Armband

Eine Kamera eignet sich für eine schnelle Messung ohne zusätzliches Gerät; ein Ring oder eine Uhr für mühelose nächtliche Daten. Vergleichen Sie jedes Gerät nur mit sich selbst.

So gelingt eine gute Kameramessung

  1. Messen Sie jeden Tag zur selben Zeit, am besten kurz nach dem Aufwachen und vor Kaffee oder Sport.
  2. Wärmen Sie die Hände, wenn sie kalt sind.
  3. Setzen Sie sich an einen Tisch oder legen Sie sich hin, in der Haltung, die Sie jedes Mal einnehmen.
  4. Öffnen Sie den Kameratest auf Ihrem Handy und erlauben Sie den Kamerazugriff. Der Blitz geht an, wenn der Browser es erlaubt; wenn nicht, setzen Sie sich in die Nähe einer hellen Lampe.
  5. Legen Sie die Kuppe eines Fingers auf die Rückkamera und den Blitz. Bedecken Sie beide vollständig und drücken Sie nicht. Die Vorschau sollte rot leuchten.
  6. Stützen Sie Hand und Handy auf dem Tisch oder Ihrem Bein ab. Halten Sie still, atmen Sie normal und sprechen Sie nicht.
  7. Messen Sie 1 Minute lang, wenn möglich 2. Der Test wartet 10 Sekunden, nachdem er Ihren Finger gefunden hat, bevor er mit der Aufzeichnung beginnt.
  8. Meldet der Test ein schwaches oder verrauschtes Signal, wärmen Sie Ihre Hand, verringern Sie den Druck und versuchen Sie es erneut.

Der Test läuft in Ihrem Browser, und die Daten bleiben auf Ihrem Gerät: Jedes Bild wird auf Ihrem Handy auf seine mittlere Farbe reduziert, und das Bild selbst wird nie gespeichert oder gesendet. Nur wenn Sie sich anmelden und ein Ergebnis speichern, verlässt etwas das Gerät, und auch dann nur der RMSSD, die mittlere Herzfrequenz Mittleres RR-Intervall Der durchschnittliche Abstand zwischen zwei Herzschlägen in einer Aufzeichnung, in Millisekunden. Die Herzfrequenz ist der Kehrwert davon: 60.000 geteilt durch das mittlere RR-Intervall. Mehr zu Mittleres RR-Intervall , der Zeitpunkt und ein Vermerk, welchen Test und welche Aufzeichnungsdauer Sie genutzt haben.

Wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

Eine Messung an der Fingerkuppe liefert einen Schätzwert für das Wohlbefinden. Sie kann nicht sagen, warum Ihr Puls ungleichmäßig ist, und kann ein Herzrhythmusproblem weder bestätigen noch ausschließen. Wenn Sie häufig einen rasenden, flatternden oder unregelmäßigen Herzschlag spüren oder Brustschmerzen, Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder Atemnot haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Häufige Fragen

Ist eine Smartphone-Kamera für die HRV so genau wie ein Brustgurt?

Nicht ganz, auch wenn die besseren Apps in Ruhe nahe herankommen. In einer Studie mit 29 Erwachsenen wich der RMSSD einer Smartphone-Kamera nur unwesentlich von dem eines EKG ab. In einer Studie mit 37 Sportlerinnen und Sportlern lag ein Brustgurt im Mittel um etwa 2 % daneben und eine Kamera-App um etwa 17 %. Die Genauigkeit hängt von der App, vom Handy und davon ab, wie still Sie halten.

Wie lange sollte eine HRV-Messung mit der Kamera dauern?

Mindestens 1 Minute, wenn möglich 2 Minuten. In einer großen EKG-Studie stimmten 2-Minuten-Messungen fast perfekt mit dem RMSSD aus 5 Minuten überein. Eine Kamera bestimmt die Schläge zeitlich weniger genau als ein EKG, deshalb lohnt sich eine etwas längere Messung. Messen Sie jedes Mal gleich lang.

Warum schlägt meine Kameramessung immer wieder fehl?

Die üblichen Gründe sind zu starker Druck, kalte Finger, Bewegung oder ein Finger, der nicht Linse und Blitz zugleich bedeckt. Wärmen Sie die Hände, legen Sie den Finger nur leicht auf, stützen Sie die Hand auf einem Tisch ab und versuchen Sie es erneut.

Kann ein Fingerclip-Pulsoximeter die HRV messen?

Der Sensor schon, weil er eine Pulswelle an der Fingerkuppe aufzeichnet, und Forschungssysteme, die diese Welle aufzeichnen, kommen mit der HRV in Ruhe nahe an ein EKG heran. Die meisten Oximeter für zu Hause zeigen auf einem Display nur Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz an, ohne dass sich die Abstände von Schlag zu Schlag einsehen lassen.

Quellen

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