Vagustonus
Auch bekannt als kardialer Vagustonus, Vagusaktivität, vagal vermittelte HRV
Der fortlaufende Einfluss des Vagusnervs auf das Herz, der es verlangsamt. Er wird meist aus HRV-Messgrößen wie dem RMSSD und der HF-Leistung abgeschätzt.
Der Vagusnerv Vagusnerv Der Hauptnerv des Parasympathikus, der vom Hirnstamm zu Herz, Lunge und Darm zieht. Seine schnellen Signale an das Herz bestimmen den größten Teil der HRV von Schlag zu Schlag. Mehr zu Vagusnerv wirkt wie eine Bremse am Herzen und verlangsamt es Schlag für Schlag. Kardialer Vagustonus heißt diese Bremswirkung: der Beitrag des Parasympathikus Parasympathikus Der Zweig des autonomen Nervensystems für „Ruhe und Verdauung“. Er verlangsamt das Herz, vor allem über den Vagusnerv, und verursacht den größten Teil der Schlag-zu-Schlag-Schwankung der HRV. Mehr zu Parasympathikus , des parasympathischen Nervensystems, zur Steuerung des Herzens.
Außerhalb eines Labors wird der Vagustonus aus dem Herzschlag selbst abgeschätzt, mit Messgrößen der Herzfrequenzvariabilität (HRV), die vor allem auf die Vagusaktivität ansprechen: dem RMSSD RMSSD Quadratwurzel aus dem Mittelwert der quadrierten Differenzen aufeinanderfolgender Intervalle: eine HRV-Messgröße in ms, die zeigt, wie stark sich jeder Herzschlagabstand vom nächsten unterscheidet. Spiegelt vor allem die Vagusaktivität wider. Mehr zu RMSSD , der HF-Leistung HF-Leistung Die Varianz der Herzschlagabstände im Frequenzband von 0,15 bis 0,40 Hz, in ms²: dem Bereich der normalen Atmung. Bei einer Atmung von 9 bis 24 Atemzügen pro Minute spiegelt sie vor allem die Vagusaktivität wider. Mehr zu HF-Leistung und der respiratorischen Sinusarrhythmie Respiratorische Sinusarrhythmie Der normale Anstieg der Herzfrequenz beim Einatmen und ihr Abfall beim Ausatmen. Sie wird vom Vagusnerv gesteuert und macht einen großen Teil der HRV in Ruhe aus. Mehr zu Respiratorische Sinusarrhythmie (RSA), einem normalen, an die Atmung gekoppelten Rhythmus. Forschende sprechen hier von „vagal vermittelter HRV“. Wenn eine App erklärt, Ihre HRV zeige, wie stark der Körper auf „Ruhe und Verdauung“ eingestellt ist, stützt sie sich auf diesen Zusammenhang.
Der Zusammenhang ist nützlich, aber lose. Atemfrequenz Atemfrequenz Atemzüge pro Minute. Die Atmung allein verändert schon die HRV: Langsames, tiefes Atmen vergrößert die Schwankung; unter etwa 9 pro Minute wandert sie vom HF- ins LF-Band. Mehr zu Atemfrequenz und Atemtiefe verändern die RSA und die HF-Leistung, ohne dass sich der Vagustonus ändert. Körperliche Aktivität zum Zeitpunkt der Messung hat dieselbe Wirkung. Grossman und Taylor weisen außerdem darauf hin, dass der Zusammenhang stärker ist, wenn man einen Menschen im Zeitverlauf mit sich selbst vergleicht, als wenn man verschiedene Menschen miteinander vergleicht. Das ist ein guter Grund, den eigenen Verlauf zu beobachten, statt sich mit anderen zu messen.
Das Modell unten macht das deutlich. Bei 15 Atemzügen pro Minute ist die Schwankung klein. Verlangsamt man die Atmung auf 6 Atemzüge pro Minute, steigt der RMSSD auf mehr als das Doppelte, obwohl der Vagustonus des Modells die ganze Zeit gleich bleibt.
Atmen Sie und beobachten Sie Ihr Herz
Ein Lehrmodell, keine Messung
- Herzfrequenz
- 60 S/min
- RMSSD
- 46 ms
Letzte 30 Sekunden
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Ein Atemkreis wird bei jedem Einatmen größer und bei jedem Ausatmen kleiner. Ein Streifen mit Herzschlägen darunter zeigt, wie die Schläge beim (schattierten) Einatmen enger zusammenrücken und beim Ausatmen auseinandergehen. Eine Linie unter dem Streifen zeigt den Abstand vor jedem Schlag: Er sinkt beim Einatmen und steigt beim Ausatmen. Ein Regler stellt das Tempo von 4 bis 15 Atemzügen pro Minute ein, und Anzeigen nennen Herzfrequenz und RMSSD der letzten 30 Sekunden. Die Schwankung ist bei etwa 6 Atemzügen pro Minute am größten.
Genauer betrachtet Nicht die ganze HRV stammt von Nerven
Ein Teil der Schwankungen in den Herzschlagabständen hat nichts mit dem Vagus zu tun. Shaffer, McCraty und Zerr (2014) zählen zirkadiane Rhythmen, Körpertemperatur, Stoffwechsel und Hormone zu den Quellen der langsameren Rhythmen und ordnen das Renin-Angiotensin-System, das den Blutdruck mitreguliert, dem langsamsten Frequenzband zu. Auch deshalb gelten RMSSD und HF-Leistung als Schätzwerte für den Vagustonus und nicht als Messung des Vagustonus selbst.
Die Lektion Das Nervensystem hinter der HRV erklärt, wie sich Vagusnerv und Sympathikus Sympathikus Der „Kampf-oder-Flucht“-Zweig des autonomen Nervensystems. Er beschleunigt das Herz und lässt es kräftiger pumpen, wirkt aber zu langsam, um die schnellen Schwankungen der HRV von Schlag zu Schlag zu steuern. Mehr zu Sympathikus die Steuerung des Herzens teilen.
Quellen
- Heart rate variability and cardiac vagal tone in psychophysiological research: recommendations for experiment planning, data analysis, and data reporting
- Toward understanding respiratory sinus arrhythmia: relations to cardiac vagal tone, evolution and biobehavioral functions
- A healthy heart is not a metronome: an integrative review of the heart's anatomy and heart rate variability