Baroreflex

Auch bekannt als Barorezeptorreflex, Baroreflex-Gain, Baroreflexsensitivität (BRS)

Der Reflex, der den Blutdruck von Schlag zu Schlag stabilisiert, indem er die Herzfrequenz ändert. Durch seine eingebaute Verzögerung steigt und fällt die Herzfrequenz etwa alle 10 Sekunden: der 0,1-Hz-Rhythmus in der LF-Leistung.

Drucksensoren in den Wänden der großen Arterien registrieren jeden Anstieg und jeden Abfall des Blutdrucks. Steigt der Druck, tritt der Hirnstamm auf die Vagusbremse, und das Herz wird langsamer; fällt er, lässt die Bremse nach, und das Herz schlägt schneller. Dieser Regelkreis ist der Baroreflex. Seine Stärke messen Forschende als Baroreflex-Gain (Verstärkung des Baroreflexes): die Änderung der Herzfrequenz je Einheit Blutdruckänderung.

Ein Durchlauf des Regelkreises dauert einige Sekunden. Deshalb schießt jede Korrektur etwas über das Ziel hinaus, und es entsteht eine regelmäßige Welle. Shaffer, McCraty und Zerr (2014) geben die Resonanz dieses Systems mit etwa 0,1 Hz an, also einem Zyklus alle 10 Sekunden.

Warum er für die Herzfrequenzvariabilität (HRV) wichtig ist.

  • LF-Leistung LF-Leistung Varianz der Herzschlagabstände im Band 0,04 bis 0,15 Hz, in ms²: Rhythmen, die sich alle 7 bis 25 Sekunden wiederholen. Früher als Sympathikus-Maß gedeutet, heute umstritten. Mehr zu LF-Leistung . Dieselbe Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass das LF-Band (0,04 bis 0,15 Hz) in Ruhe die Baroreflex-Aktivität widerspiegelt und nicht die Aktivität der sympathischen Nerven zum Herzen. Das ist ein Grund, warum das LF/HF-Verhältnis LF/HF-Verhältnis LF-Leistung geteilt durch HF-Leistung, ohne Einheit. Es sollte das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus abbilden, doch die Forschung zeigt, dass es das nicht verlässlich messen kann. Mehr zu LF/HF-Verhältnis kein Stressmesser ist.
  • Langsames Atmen. Bei etwa 6 Atemzügen pro Minute (0,1 Hz) schwingen Atemwelle und Baroreflex-Welle im Gleichtakt, und beide addieren sich. Lehrer und Gevirtz (2014) beschreiben diese Resonanz als Grundlage von HRV-Biofeedback HRV-Biofeedback Eine Atemübung, bei der Sie Ihre Herzfrequenz live verfolgen und langsam atmen, oft mit etwa 6 Atemzügen pro Minute, damit das Auf und Ab der Herzfrequenz mit jedem Atemzug möglichst groß wird. Mehr zu HRV-Biofeedback und berichten, dass der Baroreflex-Gain dabei stark ansteigt.
  • Aufstehen. Beim Aufstehen versackt Blut in den Beinen, und der Blutdruck sinkt. Der Baroreflex hebt die Herzfrequenz innerhalb von Sekunden an, und genau das zeichnet ein Orthostasetest Orthostasetest Ein kurzer Test am Morgen: 2 Minuten ruhig liegen oder sitzen, dann 2 Minuten stehen. Herzfrequenz und HRV in beiden Haltungen zeigen, wie der Körper mit dem Aufstehen zurechtkommt. Mehr zu Orthostasetest auf.

Stellen Sie unten das Atemtempo auf 6 Atemzüge pro Minute und beobachten Sie, wie die Schwankung der Abstände zwischen den Schlägen wächst, wenn Atmung und Reflex in den Gleichtakt kommen.

Atmen Sie und beobachten Sie Ihr Herz

Ein Lehrmodell, keine Messung

Herzfrequenz
60 S/min
RMSSD
46 ms

Letzte 30 Sekunden

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Atmen Sie mit dem Kreis. Beim Einatmen schlägt Ihr Herz etwas schneller, beim Ausatmen langsamer. Dieser Rhythmus macht einen großen Teil Ihrer HRV aus und ist am größten, wenn Sie langsam atmen, etwa sechsmal pro Minute. Eine Veranschaulichung aus einem einfachen Lehrmodell, keine Aufzeichnung.

Ein Atemkreis wird bei jedem Einatmen größer und bei jedem Ausatmen kleiner. Ein Streifen mit Herzschlägen darunter zeigt, wie die Schläge beim (schattierten) Einatmen enger zusammenrücken und beim Ausatmen auseinandergehen. Eine Linie unter dem Streifen zeigt den Abstand vor jedem Schlag: Er sinkt beim Einatmen und steigt beim Ausatmen. Ein Regler stellt das Tempo von 4 bis 15 Atemzügen pro Minute ein, und Anzeigen nennen Herzfrequenz und RMSSD der letzten 30 Sekunden. Die Schwankung ist bei etwa 6 Atemzügen pro Minute am größten.

Siehe auch Mayer-Wellen und die Lektion Das Nervensystem hinter der HRV.

Quellen

  1. A healthy heart is not a metronome: an integrative review of the heart's anatomy and heart rate variability Frontiers in Psychology, 2014
  2. Heart rate variability biofeedback: how and why does it work? Frontiers in Psychology, 2014

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